⚡Energie Newsletter
22. August 2026 · 06:34 Uhr
1Netzbetreiber warnen vor Strommangel 2030/31
@niusde_, @julius__boehm, Junge Freiheit Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (50Hertz, Amprion, TenneT, TransnetBW) warnen in einem Brandbrief vor "Leistungsmangelsituationen" im Winter 2030/31 und möglichen Lastabschaltungen, wenn nicht rechtzeitig gesicherte Erzeugungskapazitäten aufgebaut werden. Der Kohleausstieg ohne ausreichende Backup-Kapazitäten gefährdet die Versorgungssicherheit. Die vier Betreiber fordern massive staatliche Intervention beim Netzausbau und bei der Kapazitätsplanung.
2Deutschland zahlt 29% mehr für Strom als Europa
@ChristophCanne, @MicMitoke, Brave Search Trotz massivem Ausbau erneuerbarer Energien (70% EE-Anteil im Juli 2026) liegen deutsche Strompreise mit 103 €/MWh deutlich über dem französischen Niveau (63 €/MWh) und 37 Cent/kWh für Haushalte - 29% über dem europäischen Durchschnitt. Die Energiewende brachte keine Preissenkungen, sondern steigende Systemkosten für Netzeingriffe, Netzausbau und Backup-Kapazitäten.
3Gaspreise und Speicherstände gefährden Winterversorgung
@Schuldensuehner, @Mark4XX, Reddit r/europe Deutsche Gasspeicher liegen Mitte August nur bei 49-50% Auslastung, während europäische Gaspreise auf 62-66 €/MWh gestiegen sind - 5x höher als 2020 vor dem Wegfall russischer Importe. Ohne schnellere Speicherbefüllung drohen Engpässe im Winter 2026/27 mit Folgen für Industrie und Verbraucher.
4RWE & EnBW berichten starke H1-2026-Ergebnisse
@algotradingdesk, EnBW Investor Relations, Investing.com RWE erreichte H1 2026 bereinigte EBITDA von 3,0 Mrd. € mit Guidance 5,75-6,35 Mrd. € für Gesamtjahr; EnBW meldete 2,3 Mrd. € EBITDA und bestätigte Jahresziele trotz geopolitischer Spannungen. Beide Konzerne investieren massiv in Offshore-Wind (EnBW: 2,4 Mrd. € für "He Dreiht"-Projekt) und profitieren von hohen Strompreisen sowie gestiegenen Kapazitätszuschlägen.
5Evonik-Chef kritisiert 1-Billionen-Euro-Energiewende
@Electroversenet, Electroverse Evonik-CEO Christian Kullmann stellt die Bilanz der deutschen Energiewende in Frage: Trotz 1 Billion Euro Investitionen bleibt Kohle bis mindestens 2033 notwendig - ein Scheitern der grünen Transition auf dem bisherigen Weg. Die Kritik widerlegt zentrale Versprechen der Energiewende und dokumentiert strukturelle Ineffizienzen im Umbau des Energiesystems.
Lagebild
Deutschlands Energiewende befindet sich in einer kritischen Übergangskrise: Während erneuerbare Energien 70% der Stromerzeugung erreichen, fehlen gesicherte Kapazitäten für die Versorgungssicherheit 2030/31, was die vier Netzbetreiber explizit warnen. Die Strompreise bleiben 29% über europäischem Durchschnitt, während Gasspeicher mit <50% Auslastung und Preisen auf 5-facher Vorkrisen-Höhe eine akute Winterrisiko darstellen. Große Energiekonzerne (RWE, EnBW) profitieren kurzfristig von hohen Preisen und Investitionen, doch die fehlende Lösung für Backup-Kapazitäten und der unvollendete Kohleausstieg (bis 2033) signalisieren strategisches Scheitern bei der Planbarkeit der Transition - mit eskalierendem Risiko für Industrie-Standort und Versorgungssicherheit.
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